Yahoo! hat am Freitag verkündet, die gesamte Engineering-Abteilung in München zu schließen. Meine Freude war etwas gedämpft, bin ich doch (noch) Teil dieser Abteilung.
Meine Motivation, eine neue “Herausforderung” zu finden, stieg dementsprechend sprunghaft — denn ab 31.12.2008 bin ich somit ohne Arbeit (Stand: heute).
Um ehrlich zu sein, ich weiß noch nicht genau, was ich machen möchte. Will ich als Freelancer arbeiten? Suche ich mir einen (interessanten) neuen Job? Mache ich eine eigene Firma auf? Im Moment bin ich etwas unschlüssig, alle drei Optionen klingen irgendwie verlockend.
Vielleicht muss ich nur überzeugt werden. Also, sollte eine coole Firma in München zufällig nach einem versatilen Allrounder mit einem Faible für Scripting/Hacking (Ruby, Python, Javascript, Perl, PHP, LUA…) und alles Neue suchen, der sich mit geschlossenen Augen in diesem Internetz auskennt: ich würde mich sehr über eine Mail, einen Tweet oder einen Anruf (089 / 317 12 74) freuen. Oder auch über einen Besuch auf meinem LinkedIn- oder Xing-Profil. :) Danke!
Und sollten irgendjemand nach einem wirklich sehr, sehr guten Web Dev suchen: mein Freund und Kollege Mike West ist zur Zeit ebenfalls auf der Suche.
∞ posted 1 year ago in de Job Leben Yahoo!
Vorgestern bin ich im Biergarten der Alten Messe zum Mittag. Der Biergarten ist nahezu leergefegt; die Mittagszeit ist eigentlich schon vorbei.
An der Ausgabe entscheide ich mich für Bratwurst mit Sauerkraut. Großer Teller, große Wurst, große Portion Sauerkraut. Lecker! Fix bezahlt und einen Tisch gesucht. Ein paar Meter weiter sitzt ein älterer Herr über einen Masskrug gebeugt; mit einem kurzen Nicken bestätigen wir uns gegenseitig unsere Existenz zu dieser Stunde, an diesem Ort.
Ich setze mich, reisse mein Senftütchen auf—und muss feststellen, dass ich versehentlich Mayonnaise1 gegriffen habe. Mon dieu! Entschlossen stehe ich auf, gehe zur Ausgabe, nehme mir ein Senftütchen, drehe mich um…
…und sehe einen Raben auf meinem Teller sitzen.
Kurz nachgedacht: Nein, ich kann mich nicht entsinnen, den gekauft zu haben. Was zum Teufel?!
Ich mache einen Schritt auf meinen Tisch zu. Zehn Meter trennen mich von meinem Ziel.
Der Rabe schaut mich an. Ich schaue den Raben an.
[Tumbleweed fliegt durchs Bild.]
Seine kleinen schwarzen Knopfaugen mustern mich.
Ich mache noch einen Schritt.
Der Rabe greift meine Wurst mit dem Schnabel und fliegt davon.
…
WAS. ZUM. TEUFEL.
Ich bin dann zu meinem Tisch gegangen, hab die Fußspuren in meinem Sauerkraut begutachtet, mich auf- und danach wieder abgeregt, hab die Dame an der Kasse danach gefragt, wo ich den Rest meines Essens entsorgen kann, und ihr auf Nachfrage die letzten vier Minuten meines Lebens kurz zusammengefasst. Als ich auf ihr “Ja, wollen’s a naie Portion?” hin antwortete, dass mein Budget für die Pause aufgebraucht sei, überlegte sie kurz, und gab mir trotzdem einen neuen Teller, aufs Haus. Das nenn ich mal Dienst am Kunden! Dafür gibts zwei Pluspunkte.
Ich denke, dies war meine bizarrste Mittagsgeschichte bisher. Verdammtes Rabenviech.
∞ posted 1 year ago in de Leben WTF
Seit mehreren Wochen sitzt in meinem Bus nahezu jeden Morgen eine Frau, die sich mit Hingabe während der kompletten Fahrt zum Bahnhof (~15min) schminkt. Und ich spreche nicht vom schnellen Nachziehen des Lippenstifts, sondern von der großen Packung—Haare zurückstecken und ab gehts.
Ich wollte eigentlich die letzten paar Wochen schon etwas darüber schreiben, bin aber immer davon abgekommen. Vielleicht war das gar nicht so schlecht; da ich mittlerweile ihre handwerklichen Fähigkeiten aus der Ferne bewundern gelernt habe, möchte ich ihr heute etwas hausgemachte Lyrik widmen.
Warum
Oh Frau im Bus jeden Morgen
Warum
Du schminkst Dich
Von Iltisstrasse
Bis Bahnhof Trudering
Oh Frau im Bus jeden Morgen
Jeden Tag
15 Minuten Fahrt
Jeden Tag
Verwandlung von Biest in Schöne
Oh Frau im Bus jeden Morgen
Klammern im Haar
Eyeliner in der Hand
Cremes, Pinsel, Lippenstift
Komplettrestauration!
Oh Frau im Bus jeden Morgen
Mir ist bewusst
Dass Du Dir so 15 Minuten “sparst”
Jeden Tag
Dein Zeitmanagement-Fu erscheint stark
Oh Frau im Bus jeden Morgen
Jedoch
Oh Frau im Bus jeden Morgen
Scheinst Du zu verkennen
Dass der Bus nicht
Dein Badezimmer ist
Im besten Fall
Ist es irritierend für alle Anderen
Oh Frau im Bus jeden Morgen
Vergleichbar nur
Mit dem frohgemuten Popeln im Auto
Beim Halten an der Ampel
Nasenhöhlenwellness
Oh Frau im Bus jeden Morgen
Warum
Oh Frau im Bus jeden Morgen
Warum
WIR KÖNNEN DICH SEHEN
Oh Frau im Bus jeden Morgen
Oh Frau im Bus jeden Morgen
Srsly, stop it. Es gibt für alles einen Ort, aber der Bus ist es in diesem Fall nicht.
∞ posted 2 years ago in de Leben München WTF
Vor ein paar Wochen wurde ich fürs Süddeutsche Zeitung Magazin interviewt—es ging um Avatare und die Leute dahinter, i.e. um die Charaktere, die Menschen in Onlinespielen spielen.
Heute wurde es veröffentlicht.
Hendrik, der auch interviewt wurde, hats sogar ins Print-Magazin geschafft, ich war anscheinend zu hässlich und kam “nur” in die Web-Ausgabe. Aber hey, das passt schon. Was ich etwas schade finde: ca. 90% von dem, was wir gefragt wurden und was wir gesagt haben, haben sie nicht verwendet. Schande!
Wie dem auch sei, hier bin ich zu sehen und hier ist Hendrik. Und hier ist ein Screenshot, für die Nachwelt erhalten. (Klick darauf geht zur großen Version.)

∞ posted 2 years ago in de Games Leben Medien Mumorpuger World of Warcraft
Wir haben heute einen Baum gepflanzt im Garten. Einen Fächerahorn.
Juhu!
∞ posted 2 years ago in de Leben
Ich liebe den Münchner Personennahverkehr. Nirgendwo sonst in Deutschland sieht man alte, distinguierte Herren mit einem “Ich hasse Euch alle / Früher war alles besser / Zu meiner Zeit…”-Blick, denen Konfetti auf der Halbglatze klebt.
Gut, man sieht sie vermutlich auch in anderen Teilen Deutschlands, in denen Karneval gefeiert wird (alle verrückt), aber hier fallen sie auf, weil sie die Ausnahme sind.
Hurra!
∞ posted 3 years ago in de Leben München
Vor ein paar Wochen hat ein “Discount-Bäcker” in Trudering aufgemacht. Ich vermutete, dass es sich um einen “keine Bedienung, niedrige Preise”-Laden handelt, war mir aber nicht sicher.
Gestern abend sitz ich im Bus, auf dem Weg heim, und seh’ durchs Dunkel das erleuchtete Schaufenster. Letzteres mit einem neuen, handgeschriebenen Vermerk.
“Kaffe + Crosso 1.50€”.
Was zum Teufel ist ein “Crosso”? Und “Kaffe”? Huh? Verwirrung.
Heute morgen hab ich dann mal reingeschaut und mit der Chefin geplaudert. Die Geschichte nahm dann innerhalb von 15 Sekunden Züge einer Ohnsorg-Theater-Aufführung an.
Ich: “Guten Morgen, ich hätte gern das, was Sie da im Fenster bewerben… was auch immer das ist.”
Chefin: “Haha… Kaffee und Croissant. Ist falschgeschrieben, oder?”
Ich: “Ich fürchte ja. Aber hey, es hat mich neugierig gemacht!”
Chefin: “Ich weiss nicht genau, wie man ‘Croissant’ schreibt. Hey [Angestellte], wie schreibt man ‘Croissant’?”
Angestellte: “Puh… äh… ich weiss es nicht aus dem Kopf.”
Chefin: “Ah, okay. [Angestellter], komm mal her. Hier sind Stifte, schreib das Angebot nochmal richtig auf die Scheibe.”
Angestellter: “Wieso, was ist falsch?”
Chefin: “Da steht ‘Crosso’, das stimmt nicht. Und ‘Kaffe’ ist auch nicht richtig.”
Angestellter: “Woher soll ich denn jetzt wissen, wie man das schreibt?”
Ich: (etwas ungläubig) “C-r-o-i-s-s-a-n-t.”
Angestellter: “Was? Nochmal, langsamer.”
Ich: “C-r-o-i-s-s-a-n-t. Aber dort an der Theke stehen ca. 5 verschiedene Preisschilder, auf denen es steht. Nehmen Sie doch einfach eins von denen und schreiben Sie es ab.”
Angestellter: (murmelt, nimmt die Stifte, geht raus und beginnt zu schreiben)
Chefin: “… Ey, das ist falsch! Nimm halt das Schild!”
Der Kaffee war übrigens okay, und das Croissant auch ganz gut.
∞ posted 3 years ago in de Leben WTF
Vorhin im XXXLutz-”Restaurant”.
Kellner: “Was darf ich Ihnen bringen?”
Carlo: “Ich möchte das Tagesangebot, die vier Weißwürscht mit ‘nem Weißbier.”
K: “Nein.”
C: “Was?”
K: “Nein, möchten Sie nicht.”
C: “Möchte ich nicht?”
K: “Nein, die sind grauenvoll. Ganz ehrlich. Wenn ich Sie die bestellen lasse, dann seh ich Sie nie wieder. Bestellen Sie lieber irgendwas anderes, dann kommen Sie wenigstens vielleicht wieder.”
C: ”… Okay, ich nehm dann die Berner Würschtl.”
Die sind übrigens klein, mit Käseadern durchzogen, mit labbrigem Speck umwickelt, und waren auch ganz, ganz schlimm. Vor denen hat er mich aber nicht gewarnt, und jetzt frag ich mich, wie furchtbar dann die Weißwürscht gewesen wären.
∞ posted 3 years ago in de Leben WTF
Seit letzter Woche steht jeden Morgen an der U-Bahn-Station ein entfernt an Gunther von Hagens erinnernder Mann und hebt eine Publikation mit dem etwas aufdringlichen Namen Erwachet! in die Luft. Die sich daraus ergebende Ironie, daß er das Blatt noch schlaftrunkenden Menschen auf dem Weg in die Arbeit ins Gesicht hält, scheint ihm nicht aufzufallen.
∞ posted 3 years ago in de Leben
Heute auf dem Heimweg traf ich an der Bushaltestelle einen mir unbekannten jungen Mann. Ungefähr Mitte 20, geistig behindert, sehr freundlich, trug ein Spielzeugstethoskop um den Hals und einen Spielzeug-Erste-Hilfe-Koffer in der Hand.
“Ich arbeite hier!” sagte er zur Begrüßung und zeigte nicht ohne Stolz über die Schulter.
“Hallo.” antwortete ich ihm. “Ehrlich? Wo denn?”
“Da, beim Roten Kreuz!” und grinste.
“Oh, da helfen Sie dann Kranken?” – “Ja!” – “Klasse, find ich gut.” entgegnete ich und grinste zurück.
Wir unterhielten uns dann noch eine knappe Minute, bis mein Bus kam und wir uns gegenseitig ein schönes Wochenende wünschten. Er fands gut, dass er es jemandem mitteilen konnte, der ihn nicht wie einen Deppen behandelte—während mir klarwurde, dass wir anscheinend die eine oder andere Sache gemein haben. Wir mögen leicht unterschiedlich verkabelt sein im Kopf, okay. Aber sonst?
Ich bin mir durchaus bewußt, dass er vermutlich kein ausgebildeter Mediziner war, natürlich. Aber offensichtlich hatte er ein Interesse und auch Freude daran, der Welt mitzuteilen, dass er… ja, was eigentlich? Wirklich dort arbeitete? Die Leute beim Roten Kreuz besucht hat? Dort behandelt wurde und die Idee gut fand, Arzt zu sein?
Ich weiss es nicht. Ich weiss nur, dass ich die gleiche Begeisterung, die er ausstrahlte, auch schon öfters in mir hatte. Zum Beispiel, als ich meine letzten Vorstellungsgespräche “gewonnen” habe. Oder feststellte, dass ich etwas kann, von dem ich nicht wusste, dass ich es kann. Oder mal wieder irgendein Problem besiegt habe.
Echte Freude, das war es, was ich da sah. Ansteckende Freude. Die Gründe dafür kenne ich nicht. Aber das vermindert die Erfahrung nicht. Ich kenne den Mann nicht, und ich bild mir nicht ein, dass wir jetzt Freunde sind und ich mit allen geistig Behinderten voll total tight bin und so. Aber so klein und unbedeutend die Begegnung am Ende auch war, so hat sie mich doch zumindest für heute ein wenig positiv beeinflußt. Wer weiss, ihn eventuell auch.
Und das ist doch schonmal was. Gute Nacht.
∞ posted 3 years ago in de Leben
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GP