Twittwoch München
Letzte Woche war ich auf meinem ersten Twittwoch, logischerweise auf dem in München. Da Thomas Pfeiffer, der Organisator, nach Leuten gesucht hatte, die Vorträge halten wollen, hab ich natürlich gleich die Chance ergriffen, etwas über TwerpScan zu erzählen.
Der Vortrag lief gut, auch wenn ich mich am Anfang etwas mit der Technik gestritten habe, aber es gab Fragen, Reaktionen und auch Lob von einigen Usern, die meine kleine Site schon kannten. Sowas freut mich natürlich immer. Manchen schienen etwas überrascht, dass TwerpScan aus München kommt, und nicht in fremden Landen gebaut wurde.
Die anderen Vorträge kamen vom Schauspieler Michael Jäger, der mit einer Social-Media-Kampagne seinen Traum von der Rolle des Tatort-Kommissar vorantreibt. Florian Bergmann stellte das Konzept der Barcamps vor. Valentin Pletzer von Chip zeigte uns moviecritter, eine Twitter-basierte Movie-Reviews-Site. Und Markus Gladbach von der Messe München stellte die discuss and discover vor.
Alles in allem wars ein runder Abend mit einem interessierten Publikum, interessanten Talks (und damit meine ich nicht den meinen!) und guten Gesprächen. Ich hab nette Leute kennengelernt, einige Bekanntschaften etwas vertieft, und es gab Bier. Was will man mehr. :)
Der Vollständigkeit halber sind hier meine Slides vom Vortrag, und weiter unten der Videomitschnitt. Großer Dank an Jens von Clipflakes fürs Aufzeichnen und Zur-Verfügung-Stellen. Die restlichen Videos des Abends gibts auf Clipflakes.tv.
Das Original bei Slideshare
Das Original bei Clipflakes.tv
Dies ist ein Crosspost vom TwerpScan Blog.
Liebe VOX-Redaktion(en)!
Eure Sendungen sind scheisse.
Nein, wirklich. Ich meine das nicht böse oder abwertend, sicher nicht. Ich seh nicht oft fern, bin von daher auch sicherlich nicht Teil der werberelevanten Zielgruppe. Aber ich finde, Ihr strengt Euch nicht mehr so an wie früher.
Erinnert Ihr Euch noch an die gute alte Zeit? Ihr hattet nur 5 oder 6 Kochshows im Programm; “CSI” lief noch da, wo es hingehört (nämlich bei Euch, nicht bei RTL) und hatte nur 3 Werbepausen und nicht gefühlte 18; Herr Mälzer bereitete auf sehr lockere und durchaus unterhaltsame Art und Weise leckere Speisen aus seiner und anderer Menschen Kindheit zu; das “Perfekte Dinner” war auch noch recht neu und mehr aufs Essen denn auf die Schubladen und wirren Vorlieben der Teilnehmer fixiert; und hin und wieder schneiten Enie van de Meiklokjes und Herr Kühler bei irgendwelchen unbekannten Mitbürgern vorbei und rissen ihnen die Hütte ab. Das war Fernsehen, bei dem man sich wohlfühlen konnte.
Das ist allerdings lange her.
Vor ein paar Tagen schaltete ich beim Abendessen dummerweise mal wieder auf VOX, und stolperte über ein Format namens “mieten, kaufen, wohnen” (das auf Eurer Site irritierenderweise als “Doku” geführt wird). Da gehts um komplett unwichtige Leute, oft mit zuviel Geld, die auf der Suche nach einer permanenten Bleibe sind. Wenn die Leute wie Zuhälter aussehen oder aufstrebende junge Frauen “am Anfang ihrer Gesangskarriere” (Zitat Einblendung) sind, umso besser. Wirklich, ein rundes Magazin. Sehr interaktiv!
Ich vermute jetzt einfach mal, dass Ihr es als “interaktives Fernsehen” wertet, wenn ich die ganze Zeit meinen TV anschreie.
Die Sendung war schon nicht schlecht, aber ich glaube, da geht noch was. Sicher, Ihr habt Rainer Calmund beim Abspecken im Programm, genauso wie “Mein Revier”, wo Ordnungshüter beim Von-Arschgesichtern-vollgelabert-werden gefilmt werden1, und auch noch einige andere Perlen der investigativen Unterhaltung. Ich versteh schon, Ihr wollt das echte Leben zeigen. Ist ja auch nicht verkehrt. Aber mal ganz ehrlich… Ihr könnt das besser!
Aus diesem Grund war ich so frei, mir noch ein paar Konzepte zu überlegen, die ihr umsetzen könntet. Über meinen Namen im Abspann oder großzügige Geldgeschenke (bitte kein Koks!) würde ich mich freuen, aber dies ist nicht zwingend notwendig.
“Meine Fußgängerzone”
Nehmt fünf Durchschnittsbürger, die sich nicht kennen, aber in der gleichen Stadt wohnen, und lasst sie Euch die zentrale Fußgängerzone ihrer Stadt zeigen. Gutes Vermarktungspotential: die angrenzenden Einzelhändler sind bestimmt bereit, ein paar Euro für mehr “Exposure” zu zahlen. Am Ende stimmen Passanten, die die Aufzeichnung nicht gesehen haben, über die Fünf ab. Noten von 1 bis 10 werden verteilt, wer am Ende 50 Punkte hat, bekommt eine Kiosklizenz.
Pro-Tipp: Geht auch als zusätzliche Wochenend-Version mit Verhaltensauffälligen, e.g. “Promis”, die z.B. durch die Kö oder Lüdenscheid traben.
“Damals, gestern, heute”
Menschen von der Straße, die keiner kennt, rezitieren die BILD-Schlagzeilen von gestern oder vorgestern, so sie sich noch daran erinnern. Gern auch mit Aufregern! Das kommt immer gut an. Fußball, Ficken, Friedensverhandlungen im Westjordanland — die Themen sind letztendlich wurscht, wichtig ist nur, dass “einfachere Gemüter” (nicht abwertend gemeint!) die Chance bekommen, sich bei der (versuchten) Selbstdarstellung als Bildungsbürger lächerlich zu machen.
Pro-Tipp: Kann auch als Samstagabend-Format für RTL produziert werden, wo bei Oliver Geissen verlorengeglaubte/-gehoffte Verhaltensauffällige, e.g. “Promis”, vor dem Greenscreen die BUNTE-Schlagzeilen der letzten Woche wiederkäuen. Wenn Ihr das irgendwie mit Musik kombinieren könnt, interessiert sich sicherlich auch Hugo-Egon Balder dafür.
“Tanküberfall”
Ein Tankwart wird den ganzen Tag mit der Kamera begleitet. Es gibt unzählige Tankstellen, die Woche hat sieben Tage, das Format könnte also ewig laufen.
Pro-Tipp #1: Hin und wieder könnte ein Verhaltensauffälliger, e.g. “Promi”, mit seinem gemieteten Sportwagen zufällig an der Tanke des Tages vorbeischauen. Passt nur auf, dass Ihr Jürgen Drews nicht zu oft deswegen anruft.
Pro-Tipp #2: Für genügend Geld verkauft Euch Roland vielleicht auch die passende Domain. ;)
“Taube, Bischof, Heim”
Ein Einmal-Pro-Woche-Format: Die Wochenrückblende aus der Sicht eines bitteren, pensionierten Klerikers mit Hang zur Ornithologie, der in einem Altenstift wohnt. Ganz ehrlich, dafür braucht Ihr nicht mal einen Drehplan, sowas dreht und sendet sich praktisch von selbst. Wenn das kein Dokutainment ist, dann weiss ich auch nicht.
Pro-Tipp: Irgendwie Otto Waalkes unterbringen. (Mitglied des Pflegepersonals?)
“Catch me if you can”
Kennt Ihr “Deadliest Catch”? Geht in Deutschland natürlich nicht so, weil m.E. die meisten Leute die Beringstraße für einen Berliner Zubringer halten (siehe “Damals, gestern, heute”). Die Thematik (Fischer bei der Arbeit) ist aber trotzdem spannend; vor allen Dingen, wenn man sie —Achtung!— aus der Sicht der Fische betrachtet! Ganz genau, die Kamera begleitet Seetiere, sowohl in der Nord- und Ostsee als auch in Binnengewässern. Man könnte z.B. Welse mit Webcams versehen. Das könnte Deutschlands erste Unterwasser-Edutainment-Show werden!
Pro-Tipp: Es würde sich anbieten, zwei Serien zu machen, eine für die hohe See, eine andere für stehende Gewässer im bayrischen Hinterland. Das Hobbyangler-Segment ist noch nicht ausreichend abgedeckt, glaube ich.
“Pro-Bohno”
Tägliche Show (30-45 min), die aus mehreren statischen Blickwinkeln das Treiben in einem Coffeeshop sendet. Think “Big Brother” ohne Container und mit mehr Laptops. Wäre billig herzustellen: einfach ein paar Webcams aufstellen, und die Streams live zusammenstellen. Der Vorteil wäre, dass der Laden nach ein paar Tagen von noch unbekannten Verhaltensauffälligen (und evtl. auch Boris Becker und/oder Jürgen Drews) überrannt werden würde, die dann versuchen, sich vorteilhaft mit Gesang, Tanz und lockerem Auftreten zu präsentieren.
Pro-Tipp #1: Nach ein paar Wochen könnte man als Steigerung dann einen Rückkanal in den Coffeeshop legen, d.h. ein Fernseher, über den Dieter Bohlen live die Kaffeekäufer beleidigt.
Pro-Tipp #2: Am Samstag könnte man für RTL eine 1-Stunden-Show mit Oliver Geissen produzieren, wo Verhaltensauffällige, e.g. “Promis”, vor dem Greenscreen… na, Ihr wisst schon.
Schlusswort
Das sind jetzt nur ein paar Ideen. Die sind alle geil! Und ich hab weder gekokst noch getrunken!
Wie gesagt, über Rückmeldungen und Geldgeschenke würde ich mich freuen. VOX, macht mal was Neues. Ihr wart mal mein #1-Sender der Privaten. Aber all der Unfug, der jetzt bei den Privaten läuft (nicht nur bei Euch), haben mich zu einem begeisterten Zuschauer der Öffentlich-Rechtlichen gemacht. (Srsly, ARTE, Phoenix und der ZDF Dokukanal sind super!)
PS: An alle, die sich jetzt amüsiert haben: glaubt ja nicht, dass das nicht passieren könnte — solcher Mist läuft schon lange, und zwar überall.
PPS: An alle, die sich jetzt amüsiert haben, und bei einem anderen privaten TV-Sender als VOX arbeiten: Euer Sender ist vermutlich noch viel beschissener.
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Was, das läuft gar nicht bei Euch? Warum nicht?! ↩
Es War Einmal… Yahoo! Engineering München
Yahoo! hat am Freitag verkündet, die gesamte Engineering-Abteilung in München zu schließen. Meine Freude war etwas gedämpft, bin ich doch (noch) Teil dieser Abteilung.
Meine Motivation, eine neue “Herausforderung” zu finden, stieg dementsprechend sprunghaft — denn ab 31.12.2008 bin ich somit ohne Arbeit (Stand: heute).
Um ehrlich zu sein, ich weiß noch nicht genau, was ich machen möchte. Will ich als Freelancer arbeiten? Suche ich mir einen (interessanten) neuen Job? Mache ich eine eigene Firma auf? Im Moment bin ich etwas unschlüssig, alle drei Optionen klingen irgendwie verlockend.
Vielleicht muss ich nur überzeugt werden. Also, sollte eine coole Firma in München zufällig nach einem versatilen Allrounder mit einem Faible für Scripting/Hacking (Ruby, Python, Javascript, Perl, PHP, LUA…) und alles Neue suchen, der sich mit geschlossenen Augen in diesem Internetz auskennt: ich würde mich sehr über eine Mail, einen Tweet oder einen Anruf (089 / 317 12 74) freuen. Oder auch über einen Besuch auf meinem LinkedIn- oder Xing-Profil. :) Danke!
Und sollten irgendjemand nach einem wirklich sehr, sehr guten Web Dev suchen: mein Freund und Kollege Mike West ist zur Zeit ebenfalls auf der Suche.
Fritz, Interview, Podcast!
Mein Child’s Play-Interview in Trackback auf Radio Fritz war ein voller Erfolg, zumindest in dem Sinne, dass ich mich nicht komplett blamiert habe …denke ich zumindest. Dana meinte zwar, ich hätte allen den Stoiber gemacht — meine “Äh…”-Frequenz war wohl höher, als ich selbst gemerkt habe —, aber ich glaube, das ist okay. Niemand in Berlin kennt Stoiber, oder?
Die Sendung vom Samstag gibts auch als Podcast, als MP3-Direktdownload und zum Gleich-auf-der-Seite-Anhören. Das Interview geht bei ca. 11:05 min los. Der Rest der Sendung ist natürlich auch cool; generell ist Trackback als Podcast ohnehin wunderbar geeignet, um Bus- und Bahnfahrten mit Kurzweil zu überstehen. :)
Vielen, vielen Dank nochmals an Marcus für die Plattform! Jetzt hoffe ich mal, dass mehr als nur wir zwei an der Child’s Play-in-Deutschland-Idee interessiert sind. Daumen drücken!
Child’s Play in Deutschland, Update
Wer hätte das gedacht, mein letzter Post hat Interesse bei einigen Leuten geweckt. Anscheinend war die Idee, Child’s Play nach Deutschland zu holen, doch nicht so absurd. Freude!
Ein alter Bekannter von mir, Marcus, hat mich kurz nach der Veröffentlichung angepingt und gefragt, ob ich Interesse an einem kurzen Interview für seine Radio-Sendung Trackback hätte. Natürlich hatte ich — wenn alles klappt, wirds was morgen zwischen ab 18:00 und 20:00 Uhr.
Also, Lauscher aufstellen. :)
Ansonsten würde ich mich darüber freuen, wenn Ihr für die Idee ein wenig die Werbetrommel rühren könntet. Verbreitet den Link zur Child’s Play-Kategorie auf carlo.log, oder lest nach, was Ihr sonst noch machen könnt (in diesem Post, unter “Child’s Play 2009”).
Update: Marcus lässt ausrichten, dass Fritz auch einen Livestream hat. Hurra!
Child’s Play 2008: Deutschland
(This is a post in German. Are you looking for the English language version?)
Child’s Play 2008 ist gestartet. Gamer in vielen Ländern geben Geld oder kaufen Spielzeuge, Games und andere Geschenke für Kinderkrankenhäuser und -stationen und ihre kleinen Patienten; Partner-Kliniken in den US, Großbritannien, Kanada, Neuseeland, Australien und Ägypten freuen sich über vielen Spenden.
Die Frage
Aber warum nicht hier in Deutschland? Die Frage kam mir während des Sommer immer wieder in den Kopf. Wieso gibt es keine deutschen Kliniken, die mit Child’s Play zusammenarbeiten? Im Juli fragte ich dann bei Kristin Lindsay, der Projektmanagerin im Hause Penny Arcade, nach und bot präventiv meine Dienste als “freiwilliger Verbindungsoffizier” an.
Die Antwort kam nach ein paar Tagen: “Der Grund ist: Wir sprechen kein Deutsch, was die Kontaktaufnahme ziemlich erschwert. Dein Angebot nehmen wir gern an!”
Die Aufgabe
Im Prinzip geht es nur darum, den initialen Kontakt zwischen Child’s Play und interessierten Kliniken herzustellen. CP kennt keine deutschen Einrichtungen. Woher auch? Sie brauchen Gamer vor Ort, i.e. uns, wie in allen anderen Ländern auch. Die Verantwortlichen in den Krankenhäusern haben Fragen, und es schafft mehr Vertrauen, wenn diese von lokalen Ansprechpartnern in Landessprache beantwortet werden.
Rechtlich gesehen sind die Freiwilligen außen vor. Wenn sich eine Einrichtung entschließt, ein sog. Partnerhospital zu werden, wird eine rechtliche Vereinbarung direkt zwischen ihr und der Charity in den USA geschlossen. Child’s Play arbeitet dabei aber nur mit sog. non-profit organizations zusammen: z.B. mit öffentlichen Kliniken oder auch entsprechenden Stiftungen.
Wir, die Freiwilligen, kommen erst wieder ins Spiel, wenn das Krankenhaus evtl. Hilfe beim Erstellen seines Wunschzettels benötigt. Der Kauf und die Lieferung erfolgt komplett über Amazon.
Die Geschichte
Eine gute Woche später, Anfang August, war ich wegen einer Untersuchung als potentieller Knochenmarkspender im Klinikum München-Neuperlach. Ich fragte mich zum Sozialdienst durch, wo ich erfuhr, dass Neuperlach keine Kinderstation hat. Knüller! Dafür bekam ich aber vom freundlichen Chef des Dienstes Namen und Telefonnummern von Ansprechpartnern in den Kliniken in München-Harlaching und München-Schwabing. Sehr gut!
Nun, ich hatte nicht wirklich erwartet, dass sich die Leute darum reissen, mich anzuhören. Trotzdem begann ich frohen Mutes meinen Telefondienst. Meine zwei Kontakte waren freundlich und hilfreich, aber nicht die Personen, die Charities betreuen. Ich bekam immer neue Namen von anderen Klinik-Mitarbeitern, die sich “um derlei Anfragen” kümmern, und nach einigen Umwegen hatte ich auch tatsächlich Menschen am Apparat, die mir zumindest Auskünfte und richtige Namen geben konnten. Nur half das nicht wirklich weiter: “Der Verantwortliche heisst [XYZ], aber er/sie ist krank/im Urlaub/auf Reisen”.
Die nächsten zwei Monate verbrachte ich dann viel, viel Zeit am Telefon. Ich sprach mit netten und ehrlich interessiert wirkenden Klinikmitarbeitern, die um Infomaterial baten und Fragen hatten. Bei einigen dieser Fragen musste ich bei Kristin Lindsay nachfragen, weil ich die Antworten selbst nicht kannte. Aber hey, leben und lernen! :) Kristin half mir weiter, und ich gab die Informationen auf Deutsch an meine Kontakte in den Einrichtungen. Ich rief im Wochenrhythmus an, fragte nach Neuigkeiten und Entscheidungen. Aber Bürokratie braucht seine Zeit. Ich hakte nach… hakte nach… hakte nach.
Kurzgesagt, ich tat das, wofür ich als Freiwilliger “angeheuert” hatte.
Ende erster Akt
Ende Oktober kam dann aber leider das Aus (für dieses Jahr). Die Städtischen Kliniken München ließen mich in einer kurzen Mail wissen, dass sie Child’s Play interessant fänden, ich aber bitte Verständnis dafür haben sollte, dass man nicht Partnerhospital werden möchte. Schade.
Mir blieb nichts weiter übrig, als mich für die Info zu bedanken, und darauf hinzuweisen, dass 2008 sicherlich nicht das letzte CP-Jahr gewesen sein wird.
Tja, und das ist der Grund, warum es zumindest dieses Jahr keine Child’s Play-Aktionen in Deutschland gibt.
Die Nachbesprechung
Ich finde es bedauerlich, klar. Und im Nachhinein denke ich mir, dass ich eventuell mehr als nur zwei Kliniken hätte anschreiben müssen. Die Chancen auf einen Erfolg wären klar größer gewesen. Aber ich hatte so etwas noch nie gemacht, und hatte keine Ahnung, wieviel Aufwand auf mich zukommen würde. Ich wollte klein anfangen, und im nächsten Jahr darauf aufbauen. Nach oben hin ist schließlich immer alles offen; aber beim ersten Mal zu versuchen, 10 Kliniken gleichzeitig zu jonglieren, und dann zu versagen, Leute zu enttäuschen, den Ruf von Child’s Play aufs Spiel zu setzen — das erschien mir kein guter Ansatz.
Child’s Play 2009
Nächstes Jahr werde ich früher anfangen, nach Krankenhäusern zu suchen. Und ich verändere meinen Ansatz: ich werde die Kliniksuche “outsourcen”. :)
Und zwar an Euch.
Kennt Ihr ein Kinderkrankenhaus oder eine Klinik mit pediatrischer Station, das u.U. generelles Interesse an einer Zusammenarbeit mit Child’s Play hat? Fragt bei der Klinikleitung oder beim Sozialdienst an — lasst sie wissen, dass es CP überhaupt gibt. Ich wage zu behaupten, dass die wenigsten Einrichtungen in Deutschland davon wissen. Wenn sie Interesse zeigen, habt Ihr drei Möglichkeiten:
- Ihr schickt sie direkt zu CP’s Kristin Lindsay.
- Ihr gebt Ihnen meine Kontaktdaten.
- Ihr kümmert Euch selbst darum. :)
Ich kann nichts versprechen, außer, dass ich jede Anfrage beantworten werde.
Mit etwas Glück wirds in 2009 ein größerer Erfolg, und die Presse hat mal etwas Anderes zu vermelden als “OMG KILLARSPIELE”. :)
Das Kleingedruckte
Ich bin kein Mitarbeiter von Child’s Play. Ich spreche nicht für die Organisation, und ich vertrete sie nicht. Ich bin lediglich ein freiwilliger Helfer, der sich auf eigene Faust und Kosten für Child’s Play in Deutschland stark macht. Alle Aussagen zu legalen Gegebenheiten wurden nach bestem Wissen und Gewissen gemacht, können aber trotzdem großer Unfug sein.
Der Vogel
Vorgestern bin ich im Biergarten der Alten Messe zum Mittag. Der Biergarten ist nahezu leergefegt; die Mittagszeit ist eigentlich schon vorbei.
An der Ausgabe entscheide ich mich für Bratwurst mit Sauerkraut. Großer Teller, große Wurst, große Portion Sauerkraut. Lecker! Fix bezahlt und einen Tisch gesucht. Ein paar Meter weiter sitzt ein älterer Herr über einen Masskrug gebeugt; mit einem kurzen Nicken bestätigen wir uns gegenseitig unsere Existenz zu dieser Stunde, an diesem Ort.
Ich setze mich, reisse mein Senftütchen auf—und muss feststellen, dass ich versehentlich Mayonnaise1 gegriffen habe. Mon dieu! Entschlossen stehe ich auf, gehe zur Ausgabe, nehme mir ein Senftütchen, drehe mich um…
…und sehe einen Raben auf meinem Teller sitzen.
Kurz nachgedacht: Nein, ich kann mich nicht entsinnen, den gekauft zu haben. Was zum Teufel?!
Ich mache einen Schritt auf meinen Tisch zu. Zehn Meter trennen mich von meinem Ziel.
Der Rabe schaut mich an. Ich schaue den Raben an.
[Tumbleweed fliegt durchs Bild.]
Seine kleinen schwarzen Knopfaugen mustern mich.
Ich mache noch einen Schritt.
Der Rabe greift meine Wurst mit dem Schnabel und fliegt davon.
…
WAS. ZUM. TEUFEL.
Ich bin dann zu meinem Tisch gegangen, hab die Fußspuren in meinem Sauerkraut begutachtet, mich auf- und danach wieder abgeregt, hab die Dame an der Kasse danach gefragt, wo ich den Rest meines Essens entsorgen kann, und ihr auf Nachfrage die letzten vier Minuten meines Lebens kurz zusammengefasst. Als ich auf ihr “Ja, wollen’s a naie Portion?” hin antwortete, dass mein Budget für die Pause aufgebraucht sei, überlegte sie kurz, und gab mir trotzdem einen neuen Teller, aufs Haus. Das nenn ich mal Dienst am Kunden! Dafür gibts zwei Pluspunkte.
Ich denke, dies war meine bizarrste Mittagsgeschichte bisher. Verdammtes Rabenviech.
-
Es wird immer “Mayonnaise” heissen. Der Tag, an dem ich die sog. “neue Schreibweise” benutze, wird der Tag sein, an dem das Abendland untergeht. ↩
Ode an die Schminkende
Seit mehreren Wochen sitzt in meinem Bus nahezu jeden Morgen eine Frau, die sich mit Hingabe während der kompletten Fahrt zum Bahnhof (~15min) schminkt. Und ich spreche nicht vom schnellen Nachziehen des Lippenstifts, sondern von der großen Packung—Haare zurückstecken und ab gehts.
Ich wollte eigentlich die letzten paar Wochen schon etwas darüber schreiben, bin aber immer davon abgekommen. Vielleicht war das gar nicht so schlecht; da ich mittlerweile ihre handwerklichen Fähigkeiten aus der Ferne bewundern gelernt habe, möchte ich ihr heute etwas hausgemachte Lyrik widmen.
Warum
Oh Frau im Bus jeden Morgen
WarumDu schminkst Dich
Von Iltisstrasse
Bis Bahnhof Trudering
Oh Frau im Bus jeden MorgenJeden Tag
15 Minuten Fahrt
Jeden Tag
Verwandlung von Biest in Schöne
Oh Frau im Bus jeden MorgenKlammern im Haar
Eyeliner in der Hand
Cremes, Pinsel, Lippenstift
Komplettrestauration!
Oh Frau im Bus jeden MorgenMir ist bewusst
Dass Du Dir so 15 Minuten “sparst”
Jeden Tag
Dein Zeitmanagement-Fu erscheint stark
Oh Frau im Bus jeden MorgenJedoch
Oh Frau im Bus jeden Morgen
Scheinst Du zu verkennen
Dass der Bus nicht
Dein Badezimmer istIm besten Fall
Ist es irritierend für alle Anderen
Oh Frau im Bus jeden MorgenVergleichbar nur
Mit dem frohgemuten Popeln im Auto
Beim Halten an der Ampel
Nasenhöhlenwellness
Oh Frau im Bus jeden MorgenWarum
Oh Frau im Bus jeden Morgen
WarumWIR KÖNNEN DICH SEHEN
Oh Frau im Bus jeden Morgen
Oh Frau im Bus jeden Morgen
Srsly, stop it. Es gibt für alles einen Ort, aber der Bus ist es in diesem Fall nicht.
Lieber Saturn Theresienwiese, #2
Ich war gestern beim Saturn, Plasma-TVs anschauen.
Nach einigem Rumrennen finde ich zwei Panasonic-Geräte, die direkt nebeneinander stehen. Beide sind 37”, sind aber in der Form voneinander abweichend, haben recht unterschiedliche Modellnummern und differieren im Preis um die 400€.
Ein männliches Fachverkäufer-Standin kommt auf mich zu. “Kann ich Ihnen behilflich sein?”
“Ja, die beiden TVs… Was sind da die Unterschiede?”
“Puh… Ja… Der eine ist silbern, der andere hat dieses schwarzes Glanzlack-Finish.”
Ich hab mich dann etwas irritiert bedankt und bin gegangen. Ich denke, beim nächsten Mal druck ich einfach die Bilder im Internet aus und lass mich fachkundiger von jemandem beraten, mit dem ich zufällig an der Fußgängerampel auf Grün warte.
Fucking Wiesn
“Wir machen auf der Wiesn Mittag, kommst’ mit?”
Warum lass ich mich immer nur wieder breitschlagen? Was für eine Scheisse. Zuerst Ochsenbraterei, weil es am letzten Donnerstag da so leer war. Oh, alles voll, Überraschung. Okay, dann Paulaner! Dort haben wir sofort einen Platz bekommen, mussten uns aber von der Bedienung “massregeln” lassen, weil ich nix trinken wollte, Min nach einer Limo fragte (Antwort: “Nur in der Mass!”) und Julian um einen Spezi bat (“Hört mal, was seid Ihr denn für welche? Des is’n Bierzelt!”).
Die Speisekarte war ein offener “Fuck you, hahahaha”-Brief an den Verbraucherschutz (die meisten “normalen” Gerichte pegeln zwischen 15 und 22€). Wir wollten dann was zu Essen bestellen, aber die Bedienung meinte nur “Nah, erst die Getränke”, kam dann aber nach 30 sek zurück, um uns mitzuteilen, dass wir, wenn wir in der Mittagspause wären, eh nur Hendl essen könnten, weil alles andere länger als 30 min dauert. Da ich aber kein Hendl wollte, schon gar nicht für 9€, bin ich eben gegangen, und hab mir ‘ne Haxnsemmel geholt. Die war auch nicht so toll.
Julian war das alles irgendwie peinlich, und ich hab ihm nahegelegt, sich bei der Bedienung aufrichtig dafür zu entschuldigen, dass wir sie belästigt haben.
Fuckers. Gott, ich hasse diesen ganzen Wiesnbetrieb. Kann das nicht nach Nürnberg ausgelagert werden oder so?